Historie

Die Entstehung und Entwicklung der Stadt Kępice und somit der Gerberei hing eng mit der Familie Otto von Bismarck zusammen. In der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts entstand eine Papierfabrik an den Ufern der Wipper. Fast 100 Jahre später wurde die Fabrik in eine Gerberei umgewandelt.

Wir möchten versuchen, historische Einflüsse auf die städtische und wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt aufzuzeigen. Gleichzeitig geben wir dem interessierten Nutzer die Möglichkeit, gerberische Entdeckungen und Einflüsse von mehr oder weniger Wichtigkeit darzustellen.

Viel Spass dabei!

1849
Bernhard Behrend
1850
Leo Gottstein - ein deutscher Industrieller
1857
... Adolf Gottstein - Enkel von Bernhard Behernd
1864
Deutsche Einigungskriege
1867
Aus den südamerikanischen Kolonien wurde ein neuer Gerbstoff - Quebracho -eingeführt
Otto von Bismarck kaufte Varzin
Ernst Westphal wird als Revierverwalter eingestellt
1868
Otto von Bismarck erwarb flussnahe Gebiete und schloss Verträge
1870
Otto von Bismarck expandierte weiter
1871
dunkle Wolken über Hammermühle
Otto von Bismarck und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches
1872
Goodyear welted - Rahmengenähte Herrenschuhe
Edmund Stiasny - Hochschullehrer für Gerbereichemie und späterer Direktor des Lederinstituts in Darmstadt
1875
Verband der deutschen Tapezierer und Fachgenossen
1878
Hammermühle entwickelte sich
1884
Schuhe wurden bis dahin aus zwei gleich geformten Schuhpaaren hergestellt
1886
Feuer in Hammermühle ...
1889
Gerberschulen werden gegründet
Varziner Papierfabrik "Hammermühle" wurde Aktiengesellschaft
1898
Otto von Bismarck †
1899
Varziner "Know How" wanderte aus

Bernhard Behrend

… Bernhard Behrend (Vater von Rosa, Moritz und Georg Behrend) erwarb eine Papiermühle bei Köslin, damit begann die Erfolgsgeschichte der Papierherstellung in Pommern.

Leo Gottstein - ein deutscher Industrieller

… am 26. Mai 1850 wird Leo Gottstein in Breslau geboren. Leo Gottstein war mit Hedwig Behrend, einer Tochter von Moritz Behrend verheiratet. Er gründete mehrere Zellstoffwerke u.a. die „Feldmühle“ bei Liebau. Er hatte Beteiligungen an der „Pommerschen Zellstoff-Fabrik AG“ in Cavelwisch bei Stettin. Die Gottsteins stammten aus einer alten Kaufmannsfamilie und waren Inhaber eines Pelzhandels und einer späteren bedeutenden Pelzhandelsfabrik in Breslau.[1]

... Adolf Gottstein - Enkel von Bernhard Behernd

… am 02. November 1857 wurde als erstes Kind von Emanuel und Rosa Gottstein, geb. Behrend (Schwester von Moritz und Georg Behrend) – Adolf Gottstein († 03.03.1941) in Breslau geboren. Er war der jüngere Bruder von Leo Gottstein. Adolf Gottstein kann als einer der Mitbegründer der Sozialhygiene genannt werden. Er wandte sich frühzeitig vor allem epidemologischen und medizinstatistischen Studien zu.[1]

 

Deutsche Einigungskriege

… in den Jahren 1864 und 1866 fanden die ersten beiden deutschen Einigungskriege statt. 1864 siegten Preußen und Österreich gegen das Königreich Dänemark. Im Frieden von Wien wurde der Friedensvertrag unterzeichnet und Schleswig Holstein fiel an Preußen. 1866 kämpfte der Deutsche Bund siegreich gegen Österreich. Preussen erstarkte weiter unter der Führung von Otto von Bismarck. Wilhelm I. König von Preußen zahlte Otto von Bismark eine Dotation für den gewonnen Krieg 1866 unter der Bedingung, den Betrag (400.000 Taler) in Grundstücke anzulegen.[2]

Aus den südamerikanischen Kolonien wurde ein neuer Gerbstoff - Quebracho -eingeführt

… zu den ehemals wichtigsten Gerbmitteln gehörte Quebracho. Der Ursprung stammt aus den Gebieten Argentiniens, Paraguay und Brasilien. Das dunkle rotbraune Kernholz enthält ca. 20 % lichtempfindlichen Gerbstoff. Die mit Quebracho gegerbten Leder sind rötlichbraun, fest und schwer (Bodenleder).

Otto von Bismarck kaufte Varzin

… am 07. Juni 1867 wurde der hinterpommersche Ort Varzin an Otto von Bismarck verkauft. Vorbesitzer war Werner Ewald von Blumenthal.[2]

Ernst Westphal wird als Revierverwalter eingestellt

… mit einem Einkommen von 400 Talern, freier Wohnung und Feuerung, wird Ernst Westphal als Verwalter für das Gut Varzin eingestellt. Zur Verwaltung gehörten die Ortschaften Varzin, Wussow, Wendisch-Puddiger, Misdow, Charlottenthal, Chomnitz, Hammermühle und später Seelitz, Chorow und Fuchsmühle; mit 32.500 ‚Morgen‘ Land und 17.000 ‚Morgen‘ Wald.[9]

Otto von Bismarck erwarb flussnahe Gebiete und schloss Verträge

… am 01. April 1868 erwarb Otto von Bismarck die abgebrannte Fuchsmühle in flussnahem Gebiet in Kruszka. Dort wurde vormals Getreide gemahlen und eine Wollspinnerei betrieben. Anschließend entstand daraus eine Holzschleiferei. Am 08. Oktober 1868 wurde ein 20-jähriger Pachtvertrag mit den Gebrüdern Behrend über die Fuchsmühle geschlossen. Deren Vater (Bernhard Behrend) hatte bereits in Köslin eine florierende Papiermühle und man brachte nach Einschätzung Bismarks und seiner Berater hohe Kentnisse für die sich entwickelnde Papierindustrie mit.[2]

Otto von Bismarck expandierte weiter

… am 04. April 1870 wurde ein weiterer Vertrag über den Bau des nächsten Betriebes mit Moritz und Georg Behrend geschlossen. Im November wurden die Genehmigungen erteilt, dass die für den Bau notwendige Holzbestände der Hammermühle freigegeben wurden. Später wurde in Kampmühle eine mit Wasserkraft getriebene Holzstofffabrik gebaut.[2] Es entstand eine frühzeitige industrielle Entwicklung in der Umgebung. Der 04. April kann als Gründungsdatum des heutigen Kepice benannt werden.

dunkle Wolken über Hammermühle

… Bismarck beauftragte seinen Bankier Bleichröder ein Sonderkonto zu errichten… zunächst war der Aufbau gesichert. Bleichröder stand den Brüdern, wegen deren schlechten Zahlungsmoral, sehr skeptisch  gegenüber. Es herrschte ebenfalls eine schlechte Stimmung zwischen den Brüdern und Bismarck. Bleichröder trat als Vermittler zwischen den Parteien auf.[2]

Otto von Bismarck und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches

… am 18. Januar 1871 wurde in Versailles das Deutsche Kaiserreich gegründet. Otto von Bismarck führte Preußen erfolgreich durch die Einigungskriege, die mit dem deutsch – französischen Krieg 1870/1871 sein Ende fanden.  Dadurch wurde die Kleinstaaterei endgültig überwunden. Otto von Bismarck wurde der 1. Reichskanzler.

Goodyear welted - Rahmengenähte Herrenschuhe

… Andreas Eppler erfand und Charles Goodyear Junior patentierte die maschinelle Fertigungsmethode von Herrenschuhen. Bei welcher mittels der Goodyear Einstechmaschine und der Goodyear Aufdoppelmaschine die beiden Bodennähte der Schuhe vernäht wurden.[3]

Edmund Stiasny - Hochschullehrer für Gerbereichemie und späterer Direktor des Lederinstituts in Darmstadt

… am 30. September 1872 wurde Edmund Stiasny als Sohn eines Handschuhfabrikanten in Wien geboren. International wurde er berühmt durch die Erfindung eines der ersten synthetischen Gerbstoffe. Die Verwertung des Patentes erfolgte durch die BASF, unter dem Namen Neradol D. Das Produkt wurde bis zu 5% Gerbstofflösungen beigegeben, es wirkte gerbbeschleunigend und farbaufhellend.[4]

Verband der deutschen Tapezierer und Fachgenossen

… der Verband entstand neben dem Allgemeinen Deutschen Sattler Verein (1872). Bismarcks Sozialistengesetz verbot beide Organisationen. In den späteren Jahren kam es zu vielen weiteren Verbänden, die eine allgemeine Vereinigung von Sattlern, Tapezierern, Buchbindern und Portefeuiller ermöglichen. Bis 1933 waren diese Vereine aktiv und nach 1945 entstanden daraus die neuen Ledergewerkschaften.[5]

Hammermühle entwickelte sich

… Hammermühle erhielt einen Bahnanschluss an der Strecke Stolp (Slupsk) – Rummelsburg (Miastko).

1879 eröffnete eine Brennerei, die einen Großteil der geerneten Kartoffeln verarbeitete. Der Ort entwickelte sich in allen Bereichen des Handwerkes. 1880 wurde Moritz Behrend alleiniger Besitzer der Hammer- und Kampmühle. Georg Behrend teile seine Insolvenz mit. 1883 wurden in Hammermühle eine Schule und ein Bahnhof gebaut.

Schuhe wurden bis dahin aus zwei gleich geformten Schuhpaaren hergestellt

… der englische Schuhhersteller „Church’s“ stellt das erste Paar Schuhe her, die eine getrennte linke und rechte Form aufweisen – Model Adaptable, der an Crystal Palace Exhibition in 1884 Goldmedaille gewonnen hat.

 

Feuer in Hammermühle ...

… Moritz Behrend investierte mehr als 1 Mio Mark in die Modernisierung der abgebrannten Hammermühle. Die tägliche Produktionsmenge von bis zu 15 t Papier machte die Mühle zu einer der produktivsten Deutschlands. In den folgenden Jahren wurde die Produktion weiter gesteigert und die Pachtsummen erreichten sehr einträgliche Beträge.[2]

Gerberschulen werden gegründet

… nach Wien und Kopenhagen wurde 1889 in Freiberg (Sachsen) die Deutsche Gerberschule gegründet. 1897 kam die Versuchsanstalt für Leder dazu.

Varziner Papierfabrik "Hammermühle" wurde Aktiengesellschaft

… Eigentumsform der Papierfabrik änderte sich. Aktionäre: Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm II. und der spätere Reichskanzler Bühlow.

Otto von Bismarck †

… Otto von Bismarck starb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Aumühle. Wilhelm von Bismarck (1852-1901) war der jüngere Sohn und erbte den Varziner Besitz. Verheiratet war er mit Cousine Sibylle von Arnim. Wilhelm von Bismarck starb am 30. Mai 1901 in Varzin. Sibylle von Bismarck starb im März 1945 ebenfalls in Varzin. Nach 1921 übernahm Graf Nikolaus von Bismarck die Geschäfte in Varzin. 1940 ging der Varziner Besitz an seinen Sohn Rule von Bismarck, der am 01. Dezember 1991 in Chile verstarb.

Varziner "Know How" wanderte aus

… mit dem Kapital aus der AG wurde der Weg nach Amerika geebnet. Ernst Behrend, der Sohn von Moritz Behernd, reiste bereits 1886 in die USA. Moritz und seine Ehefrau Rebecca folgten ihm 1898 nach. Man begann mit dem Aufbau einer neuen Papierfabrik in ERIE, Pennsylvania. Am 11. Mai 1899 wurde die Hammermill Paper Company gegründet, in der die Papierproduktion noch in demselben Jahr startete (24. Oktober). Es wird erstmals Schreibpapier aus Zelllosefasern produziert und ein Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen entwickelt.[2]

1849

Bernhard Behrend

… Bernhard Behrend (Vater von Rosa, Moritz und Georg Behrend) erwarb eine Papiermühle bei Köslin, damit begann die Erfolgsgeschichte der Papierherstellung in Pommern.

1850

Leo Gottstein - ein deutscher Industrieller

… am 26. Mai 1850 wird Leo Gottstein in Breslau geboren. Leo Gottstein war mit Hedwig Behrend, einer Tochter von Moritz Behrend verheiratet. Er gründete mehrere Zellstoffwerke u.a. die „Feldmühle“ bei Liebau. Er hatte Beteiligungen an der „Pommerschen Zellstoff-Fabrik AG“ in Cavelwisch bei Stettin. Die Gottsteins stammten aus einer alten Kaufmannsfamilie und waren Inhaber eines Pelzhandels und einer späteren bedeutenden Pelzhandelsfabrik in Breslau.[1]

1857

... Adolf Gottstein - Enkel von Bernhard Behernd

… am 02. November 1857 wurde als erstes Kind von Emanuel und Rosa Gottstein, geb. Behrend (Schwester von Moritz und Georg Behrend) – Adolf Gottstein († 03.03.1941) in Breslau geboren. Er war der jüngere Bruder von Leo Gottstein. Adolf Gottstein kann als einer der Mitbegründer der Sozialhygiene genannt werden. Er wandte sich frühzeitig vor allem epidemologischen und medizinstatistischen Studien zu.[1]

 

1864

Deutsche Einigungskriege

… in den Jahren 1864 und 1866 fanden die ersten beiden deutschen Einigungskriege statt. 1864 siegten Preußen und Österreich gegen das Königreich Dänemark. Im Frieden von Wien wurde der Friedensvertrag unterzeichnet und Schleswig Holstein fiel an Preußen. 1866 kämpfte der Deutsche Bund siegreich gegen Österreich. Preussen erstarkte weiter unter der Führung von Otto von Bismarck. Wilhelm I. König von Preußen zahlte Otto von Bismark eine Dotation für den gewonnen Krieg 1866 unter der Bedingung, den Betrag (400.000 Taler) in Grundstücke anzulegen.[2]

1867

Aus den südamerikanischen Kolonien wurde ein neuer Gerbstoff - Quebracho -eingeführt

… zu den ehemals wichtigsten Gerbmitteln gehörte Quebracho. Der Ursprung stammt aus den Gebieten Argentiniens, Paraguay und Brasilien. Das dunkle rotbraune Kernholz enthält ca. 20 % lichtempfindlichen Gerbstoff. Die mit Quebracho gegerbten Leder sind rötlichbraun, fest und schwer (Bodenleder).

Otto von Bismarck kaufte Varzin

… am 07. Juni 1867 wurde der hinterpommersche Ort Varzin an Otto von Bismarck verkauft. Vorbesitzer war Werner Ewald von Blumenthal.[2]

Ernst Westphal wird als Revierverwalter eingestellt

… mit einem Einkommen von 400 Talern, freier Wohnung und Feuerung, wird Ernst Westphal als Verwalter für das Gut Varzin eingestellt. Zur Verwaltung gehörten die Ortschaften Varzin, Wussow, Wendisch-Puddiger, Misdow, Charlottenthal, Chomnitz, Hammermühle und später Seelitz, Chorow und Fuchsmühle; mit 32.500 ‚Morgen‘ Land und 17.000 ‚Morgen‘ Wald.[9]

1868

Otto von Bismarck erwarb flussnahe Gebiete und schloss Verträge

… am 01. April 1868 erwarb Otto von Bismarck die abgebrannte Fuchsmühle in flussnahem Gebiet in Kruszka. Dort wurde vormals Getreide gemahlen und eine Wollspinnerei betrieben. Anschließend entstand daraus eine Holzschleiferei. Am 08. Oktober 1868 wurde ein 20-jähriger Pachtvertrag mit den Gebrüdern Behrend über die Fuchsmühle geschlossen. Deren Vater (Bernhard Behrend) hatte bereits in Köslin eine florierende Papiermühle und man brachte nach Einschätzung Bismarks und seiner Berater hohe Kentnisse für die sich entwickelnde Papierindustrie mit.[2]

1870

Otto von Bismarck expandierte weiter

… am 04. April 1870 wurde ein weiterer Vertrag über den Bau des nächsten Betriebes mit Moritz und Georg Behrend geschlossen. Im November wurden die Genehmigungen erteilt, dass die für den Bau notwendige Holzbestände der Hammermühle freigegeben wurden. Später wurde in Kampmühle eine mit Wasserkraft getriebene Holzstofffabrik gebaut.[2] Es entstand eine frühzeitige industrielle Entwicklung in der Umgebung. Der 04. April kann als Gründungsdatum des heutigen Kepice benannt werden.

1871

dunkle Wolken über Hammermühle

… Bismarck beauftragte seinen Bankier Bleichröder ein Sonderkonto zu errichten… zunächst war der Aufbau gesichert. Bleichröder stand den Brüdern, wegen deren schlechten Zahlungsmoral, sehr skeptisch  gegenüber. Es herrschte ebenfalls eine schlechte Stimmung zwischen den Brüdern und Bismarck. Bleichröder trat als Vermittler zwischen den Parteien auf.[2]

Otto von Bismarck und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches

… am 18. Januar 1871 wurde in Versailles das Deutsche Kaiserreich gegründet. Otto von Bismarck führte Preußen erfolgreich durch die Einigungskriege, die mit dem deutsch – französischen Krieg 1870/1871 sein Ende fanden.  Dadurch wurde die Kleinstaaterei endgültig überwunden. Otto von Bismarck wurde der 1. Reichskanzler.

1872

Goodyear welted - Rahmengenähte Herrenschuhe

… Andreas Eppler erfand und Charles Goodyear Junior patentierte die maschinelle Fertigungsmethode von Herrenschuhen. Bei welcher mittels der Goodyear Einstechmaschine und der Goodyear Aufdoppelmaschine die beiden Bodennähte der Schuhe vernäht wurden.[3]

Edmund Stiasny - Hochschullehrer für Gerbereichemie und späterer Direktor des Lederinstituts in Darmstadt

… am 30. September 1872 wurde Edmund Stiasny als Sohn eines Handschuhfabrikanten in Wien geboren. International wurde er berühmt durch die Erfindung eines der ersten synthetischen Gerbstoffe. Die Verwertung des Patentes erfolgte durch die BASF, unter dem Namen Neradol D. Das Produkt wurde bis zu 5% Gerbstofflösungen beigegeben, es wirkte gerbbeschleunigend und farbaufhellend.[4]

1875

Verband der deutschen Tapezierer und Fachgenossen

… der Verband entstand neben dem Allgemeinen Deutschen Sattler Verein (1872). Bismarcks Sozialistengesetz verbot beide Organisationen. In den späteren Jahren kam es zu vielen weiteren Verbänden, die eine allgemeine Vereinigung von Sattlern, Tapezierern, Buchbindern und Portefeuiller ermöglichen. Bis 1933 waren diese Vereine aktiv und nach 1945 entstanden daraus die neuen Ledergewerkschaften.[5]

1878

Hammermühle entwickelte sich

… Hammermühle erhielt einen Bahnanschluss an der Strecke Stolp (Slupsk) – Rummelsburg (Miastko).

1879 eröffnete eine Brennerei, die einen Großteil der geerneten Kartoffeln verarbeitete. Der Ort entwickelte sich in allen Bereichen des Handwerkes. 1880 wurde Moritz Behrend alleiniger Besitzer der Hammer- und Kampmühle. Georg Behrend teile seine Insolvenz mit. 1883 wurden in Hammermühle eine Schule und ein Bahnhof gebaut.

1884

Schuhe wurden bis dahin aus zwei gleich geformten Schuhpaaren hergestellt

… der englische Schuhhersteller „Church’s“ stellt das erste Paar Schuhe her, die eine getrennte linke und rechte Form aufweisen – Model Adaptable, der an Crystal Palace Exhibition in 1884 Goldmedaille gewonnen hat.

 

1886

Feuer in Hammermühle ...

… Moritz Behrend investierte mehr als 1 Mio Mark in die Modernisierung der abgebrannten Hammermühle. Die tägliche Produktionsmenge von bis zu 15 t Papier machte die Mühle zu einer der produktivsten Deutschlands. In den folgenden Jahren wurde die Produktion weiter gesteigert und die Pachtsummen erreichten sehr einträgliche Beträge.[2]

1889

Gerberschulen werden gegründet

… nach Wien und Kopenhagen wurde 1889 in Freiberg (Sachsen) die Deutsche Gerberschule gegründet. 1897 kam die Versuchsanstalt für Leder dazu.

Varziner Papierfabrik "Hammermühle" wurde Aktiengesellschaft

… Eigentumsform der Papierfabrik änderte sich. Aktionäre: Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm II. und der spätere Reichskanzler Bühlow.

1898

Otto von Bismarck †

… Otto von Bismarck starb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Aumühle. Wilhelm von Bismarck (1852-1901) war der jüngere Sohn und erbte den Varziner Besitz. Verheiratet war er mit Cousine Sibylle von Arnim. Wilhelm von Bismarck starb am 30. Mai 1901 in Varzin. Sibylle von Bismarck starb im März 1945 ebenfalls in Varzin. Nach 1921 übernahm Graf Nikolaus von Bismarck die Geschäfte in Varzin. 1940 ging der Varziner Besitz an seinen Sohn Rule von Bismarck, der am 01. Dezember 1991 in Chile verstarb.

1899

Varziner "Know How" wanderte aus

… mit dem Kapital aus der AG wurde der Weg nach Amerika geebnet. Ernst Behrend, der Sohn von Moritz Behernd, reiste bereits 1886 in die USA. Moritz und seine Ehefrau Rebecca folgten ihm 1898 nach. Man begann mit dem Aufbau einer neuen Papierfabrik in ERIE, Pennsylvania. Am 11. Mai 1899 wurde die Hammermill Paper Company gegründet, in der die Papierproduktion noch in demselben Jahr startete (24. Oktober). Es wird erstmals Schreibpapier aus Zelllosefasern produziert und ein Verfahren zur Herstellung von Wasserzeichen entwickelt.[2]

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